Wolfgang gewinnt XXAlps nach Herzschlagfinale

Wolfgang Fasching hat beim XXAlps einmal mehr seine Steherqualitäten unter Beweis gestellt und den "Höllenritt" von Vaduz nach Isola 2.000 mit 41 Minuten Vorsprung gewonnen. Der Steirer absolvierte die 2.126 Kilometer lange Strecke, 47 Alpenpässe und insgesamt 53.000 Höhenmeter in 110 Stunden vor dem Liechtensteiner Andrea Clavedetscher, der am vorletzten Anstieg eingebrochen war. 

Die Entscheidung fiel am Donnerstagabend auf dem vorletzten Anstieg, dem 2.802 Meter hohen Col de la Bonette, als sich Clavadetscher – nach nur zweieinhalb Stunden Schlaf während des gesamten Rennens völlig entkräftet – schlafen legte und Wolfgang den Tross des Liechtensteiners passierte. "Ich habs nicht glauben können, als ich plötzlich sein Motorhome am Straßenrand stehen gesehen habe", lachte ein glücklicher, aber müder Fasching. "Weil mir klar war: Wenn du mitten in einem Anstieg stehen bleibst, dann bist du verdammt fertig, das ist nämlich einer der schlimmsten Fehler, die du machen kannst." Nachdem der Steirer die Führung übernommen und den Gipfel des Col de la Bonette passiert hatte, jagte er die 42 Kilometer hinunter nach Isola, um dann die letzten steilen 15 Kilometer hinauf in den Zielort Isola 2000 in Angriff zu nehmen.

"Ich war durch meine Spione informiert, dass Clavadetscher wieder unterwegs und im Höllentempo hinter mir her ist. Da hab ich gewusst: Es kann nur klappen, wenn ich jetzt noch einmal alles aus mir heraushole." Am Ende hatte Fasching 41 Minuten Vorsprung - nach 110 Stunden Fahrzeit und 2.126 Kilometern. "Ich bedanke mich bei meinem gesamten Team. Alle, die dabei waren, haben geholfen, in mir nochmals das nötige Feuer zu entfachen. Denn, ehrlich: Bei fast dreieinhalb Stunden Rückstand hab ich nur noch an Platz zwei gedacht. Dass du eine solche Monstertour auf den letzten 61 Kilometern, den letzten drei Prozent der Distanz, noch umdrehst, ist schon sehr ungewöhnlich."