Platz 2. beim letzten RAAM

'Es ist das schönste Rennen der Welt', antwortet Wolfgang Fasching auf die Frage, was er vom Race Across America hält. Der Zusatz: 'Aber erst, wenn man das Ziel erreicht hat!' Das Ziel hat Wolfgang Fasching auch bei seiner achten RAAM-Teilnahme erreicht. Seine einzigartige Bilanz: Neben drei Siegen hat er jedes Mal den Sprung aufs Podest geschafft!

Gestern Abend feierte der Wahl-Oberösterreicher den Abschied vom aktiven Sport und vor allem vom Race Across America, das heuer über 4.897 Kilometer von Oceanside (CA) nach Atlantic City (NJ) führte. Nach einer Fahrzeit von acht Tagen, 23 Stunden und 20 Minuten erreichte Fasching als Zweiter das Ziel. Der Sieg ging - bereits zum dritten Mal - an den Slowenen Jure Robic, der drei Stunden und 47 Minuten vor dem gebürtigen Steirer ins Ziel kam. Eine tolle Vorstellung bot auch Gerhard Gulewicz, der zweite Österreicher im Rennen. In den letzten drei Tagen lieferten sich Fasching und Gulewicz harte Duelle um Platz zwei, am Ende konnte sich Fasching knappe eineinhalb Stunden gegen ihn durchsetzen.

Das Race Across America 2007 wird Wolfgang Fasching wegen einiger Faktoren in guter Erinnerung behalten: Erstens war es das verregnetste aller Zeiten, wie auch Organisatoren bestätigen. Vom dritten bis zum fünften Tag herrschte Dauerregen, gefolgt von enormer Hitz. Und nie zuvor hatte Wolfgang Fasching mit derart körperlichen Problemen zu kämpfen. Durch eine Verkühlung fing er sich eine Nackenverkühlung ein. Gerade für einen Radfahrer ist eine solche Verkühlung mehr als hinderlich. 'Ich konnte meinen Kopf kaum noch heben. So etwas habe ich noch nicht erlebt','In sagte Fasching im Ziel. Und die Konkurrenz war heuer sehr stark: 'In den ersten beiden Tagen die Duelle mit Robic um die Führung, wobei ich immer mein Tempo fuhr. Und in den letzten drei Tagen spürte ich dann
immer den Druck von hinten. Auf den letzten 90 Meilen fährt man normalerweise locker ins Ziel. Nicht so heuer, wo ich mich gegen Gerhard wehren und ein Einzelzeitfahren hinlegen musste.'

'Das war das härteste RAAM'

'Nur mit einem starken und motivierten Team kann ich eine gute Leistung bringen', hatte Fasching vor dem Start zum RAAM verlautbart. Sowohl das Team als auch die Leistung haben 100%ig gepasst: 'Es war mir immer wichtig, mit einer Top-Leistung von der Sportbühne abzutreten. Dass ich im Endeffekt - nach den ersten harten Tagen, wo ich mir Duelle mit Robic um die Führung lieferte, danach einigen Regentagen, gefolgt von enormer Hitze und in den letzten beiden Tagen immer den Druck von hinten gespürt habe - Rang zwei holte, ist genial.
Ich habe dieses letzte Rennen in meiner Karriere richtig genossen und bin in Atlanta zufrieden vom Rad gestiegen. Meine aktive Karriere ist vorbei!'