6. Tag: Noch weniger als 24 Stunden

Morgen sollte Wolfgang Fasching beim Le Tour Direct das Ziel in Gilze-Rijn erreicht haben. Heute um 12:43 Uhr passiert er die 32. Zeitstatoin in Boult sur Suippe. Der führende Jure Robic liegt nach 3.424 der insgesamt 4.069 Kilometer rund 3:40 Stunden vor Fasching. 


Nach der ersten Nacht legte Wolfgang Fasching in der vergangenen zum zweiten Mal keine Schlafpause ein. Insgesamt hält der Wahl-Oberösterreicher derzeit bei 6:40 Stunden Schlaf! Paris hat der dreifache Gewinner des Race Across America schon hinter sich gelassen, jetzt fährt er unaufhaltsam Richtung holländischer Grenze. "Wolfgang kümmert sich nicht um den Rückstand auf Robic. Er fährt sein eigenes Rennen und zudem ein ungemein hohes Tempo", meint Chef-Betreuerin Doris Fasching. Sie selbst und der Rest der elfköpfigen Crew sieht das aber nicht so, der Rückstand auf Robic spielt sehr wohl ein Thema: "Wir haben schon mit den Organisatoren gesprochen und werden Protest gegen die unfaire Fahrweise von Robic einlegen. Wir holen laut den Daten der Zeitstationen immer auf und dann liegt er wieder fünf Stunden vor uns. Und das ohne Schlafpause von Wolfgang. Irgendetwas geht da nicht mit rechten Dingen zu. Die Organisatoren werden jetzt einen Bewacher nach vor schicken und wir haben unser Medienauto angewiesen, bei Robic zu bleiben. Wolfgang rackert sich ab, verfährt sich wie alle anderen übrigens auch wegen des schlecht beschriebenen Roadbooks andauernd und Robic macht vorne was er will. Wir haben kein Problem mit dem zweiten Platz, nur muss das Rennen ehrlich bleiben!"

Doch abseits des Ärgers, der in der französischen Luft liegt, gibt es auch jede Menge erfreuliches zu berichten. Wolfgang findet viel Kraft in den Anfeuerungen der Zaungäste: "Die Autofahrer hupen, wenn sie vorbei fahren und feuern mich an. Ebenso die Leute entlang der Straßen, in den Orten. Radfahren macht richtig Spaß in Frankreich!"