Aconcagua (6.962m) im letzten Abdruck

Es verblieben nur noch 7 Tage für den Aconcagua. Robert Miller und ich nutzen die letzte kleine Chance für den Aconcagua und buchten einen Flug nach Mendoza um den höchsten Gipfel Südamerikas in Angriff zu nehmen.

Am Samstag in Mendoza angekommen lösen wir das Permit für die Besteigung des Aconcaquas am letzten Abdruck bevor das Touristoffice schliesst. Wir besorgen das Nötigste wie Gas, Verpflegung, ... und fahren anschließend mit dem Bus nach Puente del Inca. In Puente del Inca organisieren wir den Materialtransport mit Maultieren und packen unsere Rucksäcke für den Anmarsch ins Basislager Plaza Argentinia (4.200m). Robert Miller und ich brechen zeitig in der Früh auf, erledigen die ersten zwei Tagesetappen in nur ca. 10 Stunden und übernachten wieder einmal im Zelt in Casa de Piedra auf 3.200m. Am nächsten Tag steigen wir ins Basislager (4.200m) auf. Dort treffen wir Günter Weixlbaumer, der bereits seit 3. Jänner im Basislager auf uns wartet um mit uns den höchsten Berg Südamerikas gemeinsam zu besteigen. Nach einer kurzen Pause und einer ordentlichen Mahlzeit beschliessen wir, noch weitere knapp 1.000 Höhenmeter ins Lager 1 weiterzumarschieren. 

Die zweite Nacht am Berg verbringen wir bereits auf fast 5.000m. Das Wetter ist nahezu perfekt und so brechen wir am nächsten morgen mit dem gesamten Gepäck Richtung Lager 2 (ca. 6.000m) auf. Robert beschliesst, eine Aconcaquaüberschreitung zu machen, d.h. über den Gipfel zu gehen und einen anderen Abstieg über Plaza de Mulas zu wählen. So trennen sich unsere Wege.

Knapp 30kg Gepäck und die dünne Luft machen den Aufstieg nicht gerade einfach. In der Nacht rütteln fönähnliche Winde das Zelt ordentlich durch. Da wir die Müdigkeit der letzten Tage verspüren, die Wettervorhersage gut ist, beschließen wir einen Ruhetag einzulegen um am für uns letztmöglichen Tag den Gipfel in Angriff zu nehmen. Die erste Herausforderung des Gipfeltages war es dann, die Thermosflaschen am zugefrorenen Teich mit Wasser zu füllen. Mit der Morgensonne beginnen wir um acht Uhr den langen Weg Richtung Gipfel. Trotz nicht ganz optimaler Wetterverhältnisse (Wind und eisige Kälte) kommen wir gut voran. Die letzten 300 Höhenmeter (Súper Canaleta) sind bei so manchen Bergsteigern sehr gefürchtet und auch die Schlüsselstelle des Berges. Trotz der Strapazen der Vortage und dem kombinierten Gelände aus Eis und Fels bringen wir die letzten, doch sehr anstrengenden Höhenmeter hinter uns und wir stehen um 13 Uhr am Gipfel des höchsten Berges außerhalb Asiens. Ich bin überglücklich und auch ein wenig stolz, den Berg in der sehr kurzen verbleibenden Zeit bestiegen zu haben. Da bekanntlich der Gipfel nur Halbzeit ist, beginnen wir nach ein paar Erinnerungsfotos den Abstieg ins Lager 2. Wir bauen unser Zelt ab und steigen noch weitere 2.000 Höhenmeter ab ins Basislager, das wir erst nach Einbruch der Dunkelheit erreichen.

Wir schicken sämtliches Material mit Maultieren ins Tal und steigen am Morgen ab bis Pampa de Leñas. Ohne Zelt übernachten wir nur mit Schlafsack und Unterlagsmatte unter den südamerikanischen Sternen. Um 4 Uhr morgens nehmen wir dann die letzte Etappe unserer Reise in Angriff und erreichen am Morgen wieder Puente del Inca, den Ausgangspunkt unserer Reise. Zum Abschluss dieser Expedition kann ich noch einen weiteren persönlichen Rekord verbuchen: Mit acht Stunden in einem engen Kleinbus die längste Wartezeit an einer Grenze (Argentinien-Chile). Nach 24 Stunden ohne Schlaf kommen wir dann müde im Hotel in Santiago an. So sind die beiden Berge Mount Vinson und Aconcagua zu Ende gegangen wie Sie begonnen haben: Nämlich mit Warten. 


Während meiner Aconcaquabesteigung ist mein neues Buch aus der Druckerei gekommen:
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Danke der Firma Brandspot für die Satellitentelekommunikationsinfrastruktur.